Familienurlaub

Familienurlaub in Groß Kelle an der Müritz

Unser Familienurlaub in Groß Kelle begann mit einem ausgedehnten Frühstücksstopp in der Autobahnraststätte Marché kurz vor Berlin. Gestärkt fuhren wir dann durch eine wunderschöne Landschaft, die mich stark an die Toskana erinnerte. Als uns das Navi dann von der Landstraße durch ein Waldstück lotste, trauten wir der ganzen Sache nicht, aber schließlich kamen wir in ein klitzekleines Dörfchen, umrundet von Wald und Feldern. Wir wurden herzlich empfangen und durften auch sogleich unser Urlaubsdomizil beziehen. Das Ferienhaus Kornblume entsprach komplett den Bildern und wir betraten ein liebevoll eingerichtetes Ferienhaus umringt von Apfelbäumen und Hühner. Die Kinder stürmten gleich ins Kinderzimmer und fanden dort eine Playmobilausstattung mit der sie super abgelenkt waren. Wir konnten in Ruhe das Auto auspacken und das Haus inspizieren. In der Küche ließ nichts zu wünschen übrig, von Weinöffner und Weingläser bis hin zum Handmixer ist alles vorhanden.

Familienurlaub mit tollen Abenteuern

Wir verbrachten 14 Tage in Große Kelle an der Mecklenburgischen Seenplatte und erlebten jeden Tag neue Abenteuer. Dank der Touristeninformation in Röbel, hatten wir allerhand Prospekte und Informationen und unternahmen jeden Tag einen neuen Ausflug. Den Kindern gefiel vor allem der Bärenwald und auch mir als Mutter hat dieser Wald sehr gut gefallen. Grundsätzlich bin ich gegen Zoos aber dieser Wald bietet den Bären sehr viel Rückzug und man muss manchmal etwas länger warten, um ein braunes Felltier zu sehen, aber es lohnt sich. Unsere Dreijährige war stark beeindruckt, als ein Bär aus dem Wald trat und geradewegs auf sie zulief. Getrennt durch den Zaun konnte sie neugierig den Bären beobachten und löcherte mich mit Fragen. Im Affenwald in Malchow bangte ich ein wenig um unseren Rucksack. Aber die Kinder waren begeistert: Affen aus so naher Distanz sehen und eventuell zu erleben, wie sie kämpfen oder untereinander kommunizieren, war faszinierend.

Badespaß für die ganze Familie

Übrigens hatten wir unsere Badetasche immer im Auto und wenn wir unterwegs waren, suchten wir auf unserer Wanderkarte einfach ein Strandbad aus oder gingen an ein wildes Ufer. Sehr zu empfehlen ist der Strand in Röbel gegenüber dem Campingplatz: sauber und preiswert. Der Strand in Zislow am Plauer See hat es mir besonders angetan: kostenlose saubere Toiletten, netter Spielplatz und eine schöne Liegewiese. Kostet kein Eintritt und hat auch noch ein schönes Café mit lecker Essen und Kaffee zu normal erschwinglichen Preisen. Sietow Dorf ist auch ein Besuch wert. Eine Rutsche weit draußen im Wasser lädt zum Spielen ein und für die wasserscheuen gibt es einen kleinen Spielplatz. Den See in Groß Kelle besuchten wir manchmal noch abends um 18Uhr für eine kleine Erfrischung. Der Weg dauert nur 5 Minuten und dann steht man auf einer kleinen Lichtung mit einem Steg und kann in Ruhe schwimmen oder einfach nur die Seele / Beine baumeln lassen.

Einfach die Seele baumeln lassen

Dies war mein erster Urlaub als Mutter von drei Kindern, in dem ich es schaffte 4 Bücher in 14 Tagen zu lesen, obwohl ich täglich kochte und wir viel unternahmen. Ich genoss die Morgen- oder Abendstunden, wenn unsere  Kinder im Garten rumtollten, Löwenzahn rupften um die  Nachbarhühner zu füttern oder einfach spurlos verschwanden. Naja fast spurlos, Schuhe und Laufrad fand ich dann auf dem ansässigen Spielplatz im Garten und die Kinder spielten mit den anderen Ferienkindern.

Der Reitstall auf dem Gut Groß Kelle

Das Gestüt neben dem Ferienhaus war auch mehrmals die Woche unser Ziel. Mein Mann  und unsere große Tochter standen liebend  gern um 8:30 auf dem Reitplatz um die Morgenkühle auszunutzen und Reitunterricht zu nehmen. Da die Pferdekoppel sich an das Grundstück anschließt, hatten wir das Glück und konnten vor allem abends die Pferde durch das Küchenfenster oder vom Vorgarten aus zu beobachten.

Wer Lust auf lecker Kuchen hat, sollte unbedingt die Bäckerei Gyphan in Röbel aufsuchen, super leckere Torten und tolle Brotauswahl. Wer gerne im Grünen sitzt sollte unbedingt die Gutshäuser in der Umgebung besuchen. Wir waren zweimal in Solzow. Der Garten bietet viel Unterhaltung für die Kleinen: Gänse, Schafe und Enten tummeln sich im Garten und wer scharfe Augen hat, kann das Storchennest auf dem Nachbarhaus beobachten. Die Kuchen und Weine sind sehr zu empfehlen. Und der Garten bot mir wiedermal die Gelegenheit zum Lesen. Wer Glück hat, darf am Spätnachmittag mit dem Sohn des Hauses die Enten und Gänse in den Stall bringen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis wert, schon alleine wegen der Ruhe und dem Kuchen. Ein netter Ausflug für die Mamas ist die Scheune Bollewick: Kreatives, Selbstgemachtes, Ausstellungen und vieles mehr unter einem Dach. Danach kann man mit der Familie noch den Irrgarten schräg gegenüber besuchen. Das gefiel uns allen: Fangfragen, Labyrinth, Spiele und Ausruhen auf der Liege. Unsere Kinder wollten einfach nicht nachhause!
Leider haben wir es verpasst uns Fahrräder auszuleihen und mussten die Landschaft aus dem Auto genießen, Störche sind auf vielen Feldern zu sehen und manchmal sieht man auch einen Greifvogel.
Ach ja, zu erwähnen wäre: unsere große Tochter hat es mehrmals im Urlaub geschafft, die riesigen Erdbeereisbecher komplett aufzuessen. Das muss an der frischen Luft gelegen haben. Als Familie waren wir etwas enttäuscht von der geringen Auswahl an Gerichten in den Lokalen und Restaurants, das mag dran liegen, dass wir keinen Fisch mögen. Aber dank der toll eingerichteten Küche im Ferienhaus, haben wir dann einfach selber gekocht. Das einzige was ich in der Küche vermisste: eine Kuchenform. Aber die schönen Gutshäuser mit ihren tollen Kuchenangeboten wären mir eh eine Konkurrenz gewesen. Und ganz ehrlich: meine Bücher waren spannend genug, da brauchte ich nicht noch Zeitstress mit dem Backofen.

Kurz und gut, wer einen entspannten, erholsamen, ruhigen und kinderfreundlichen Urlaub sucht, ist in Groß Kelle gut aufgehoben. Unsere Kinder konnten sich frei auf dem großen Grundstück bewegen, im Kinderzimmer Playmobil spielen oder einer der vielen Kassetten hören, die im Ferienhaus vorhanden waren. Eine klitzekleine Büchersammlung gab es auch im Haus: von Kinderbüchern bis hin zur Erwachsenenliteratur.

Noch heute, Wochen nach dem Urlaub, meint unsere Dreijährige noch oft „Mama ich will nach Hause“ oder sie hat den Wunsch in den Bärenwald zu fahren. Ich habe übrigens Tage gebraucht, um zu verstehen was „nachhause“ bedeutete. Sie wollte wieder in das weiße Haus bei den Pferden und dem See.